Berthold's Weiher -
Jahresrückblicke
1997, 1998, 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008,
2009, 2010
...
Im kleinen Weiher habe ich
1997 Karpfenbrut gemacht, nachdem mir in den
früheren Jahren der Reiher meine Forellen immer wieder geholt hat.
Ich füttere vorzugsweise Gerste. Fertigfutter verwende ich nur,
wenn
auch Gründen der Fischgesundheit unumgänglich. Medikamente
und
Mittel gegen Parasiten versuche ich zu vermeiden, in den letzten Jahren
ist mir das auch durch reduzierten Besatz geglückt. Forellen,
Hechte
und Waller oder gar Aal
habe ich nicht im Teich. Die Umgebung der Weiher habe ich bepflanzt.
Die
ca. 20 Obstbäume und ca. 50 Beerensträucher rahmen den Weiher
zusammen mit der naturnahen Schlehen- und Weißdornhecke malerisch
ein.
Im April 98 hatte ich ca. 1
Zentner Schleien(S3)
mit ca. 300-400 Gramm gesetzt. Der Schleienstich soll den Zandern als
Futter
dienen. Den kleinen Weiher habe ich schon im März abgefischt,
wobei
ich Zander
(Z1), Giebel und natürlich
viele Jungkarpfen vorgefunden haben. Diese Fische habe ich in den
großen
Weiher eingesetzt. Dann habe ich den kleinen Weiher gekalkt (25 kg),
neu
augestaut und mit einigen Schleien und großen Karpfen besetzt.
Termin für die
Herbstabfischung des großen Weihers war: Samstag,
17.10.98.
Das Wetter hat mitgespielt. Seit der letzten Abfischung (1995) hat sich
viel getan. Innerhalb einer Woche wurde der Weiher (langsam) abgesenkt
und der Fischzug konnte pünktlich beginnen. Zahlreiche Helfer aus
der Judoabteilung waren notwendig um die ca. 15 Zentner Fische zu
bergen.
Ein Teil wurde gleich geschlachtet, ein Teil wanderte in die
Hälterung
und ein Teil in den kleinen Weiher. Zur
Überraschung
wurden drei Waller
mit an Land gezogen
- und geschlachtet. Doch: Wer hat die Waller eingesetzt ?. Die drei
Exemplare
mit ca. 80 cm waren sichtlich gut genährt. So waren dann auch
relativ
wenig kleine Fische (Zanderbrut, Schleien, Rotaugen, Karpfen, BBB und
Giebel)
vorzufinden. Am 18.10. wurde der große Weiher gleich wieder
angestaut,
zwei Wochen später wurde der kleine Weiher abgefischt. Dabei
wurden
alle großen Zander
und nochmals einige
Amur
geschlachtet. Die Witterung mit dem vielen Niederschlag im Herbst war
günstig,
so daß der große Weiher in der Rekordzeit von nur drei
Wochen
wieder voll war. Der kleine Weiher wurde erst im Fühjahr 99 wieder
bespannt, konnte also auswintern. Im Jahr 1999 sind besonders
auffällig
die Bäume und Sträucher stark gewachsen. Man vergleiche nur
dieses
Bild mit dem von 1995! In 1-2 Jahren ist die Hütte vom Weg aus
nicht
mehr zu sehen. Im kleinen Weiher habe ich 1999 nur etwas Brut
großgezogen,
Besatz habe ich in diesem Jahr nicht zugekauft.
Den Winter 1999/2000 hat der
Weiher und die Fische gut überstanden
- keine Verluste. Im Jahre 2000 wird der kleine Weiher in Frühjahr
und der große Weiher im Herbst abgefischt.
Die Abfischung des kleinen
Weihers am 20.04.2000 barchte neben zahlreichen
BBB und Giebeln recht genau 400 K1, die ich in den großen Weiher
umgesetzt habe, zutage. Damit bin ich - besonders wenn man bedenkt,
daß
ich keine Brut zugekauft hatte - ausgesprochen zufrieden. Es handelt
sich
also um "eigenen Nachwuchs", der über den Wasserzulauf vom
großen
in den kleinen Weiher gekommen ist. Die Abfischung des großen
Weihers
(Dank an die Helfer von der Judo-Abteilung) war problemlos, ca. 10
Zenter
Fische wurden an Land gezogen. nach 2 Wochen Ruhezeit wurde der Weiher
wieder bespannt, der Besatz (zwischenzeitlich im kleinen Weiher
gehältert)
durfte am 1.11.2001 wieder in den großen Weiher, der Mitte Januar
wieder voll war.
Der Winter 2000/2001 ist ohne
Probleme überstanden, bis Mitte
April war die Wasserfläche zugefroren. der Frühling hat auf
sich
warten lassen. Sommer und Herbst 2001 ohne Probleme, kein Besatz, kein
Abfischen. Probefänge mit dem Wurfnetz von kleinen Zandern haben
gezeigt,
dass diese wieder gelaicht haben.
Der Winter 2001/2002 war sehr
kalt, vielerorts hat es Schäden
an Pflanzen und vereinzelt an nicht ganz so winterfesten
Teichen gegeben. Bei mir ist
jedoch alles gut gegangen. Bis Mitte April
war der große Weiher noch zu, dann ist alles sehr schnell
gegangen.
Die Trübung zeigt an, dass die Karpfen schon wieder fleißig
wühlen, Mitte Mai habe ich mit der Fütterung begonnen.
Probefänge
mit dem Wurfnetz haben einige Zander-Mini's gezeigt, um die nicht zu
verlieren
wird der Tech erst wieder im Herbst 2003 abgefischt. Die Karpfen sind
trotz
des nassen und zu kalten Sommers recht gut gewachsen und einige sind im
Kochtopf bzw. auf dem Grill gelandet.
Bis Ende März 2003 war
der Weiher durchgehend zugefroren. Die
Eisdicke war enorm. Winterschäden habe ich nicht zu beklagen, den
kleinen Weiher hatte ich mit geringem Besatz über Winter voll
gelassen.
Der Rekordsommer hat dem Teich bzw. den Fischen keinen Schaden
zugefügt.
Im Gegensatz zu vielen kleinen Quellen und Bächen - auch in der
näheren
Umgebung - hat meine Quelle -Gott sei Dank- nie ausgesetzt. Ein
kurzzeitiges
absenken um 5 cm auf Bitte meines Unterliegers bewahrte dessen Teich
vor
größeren Verlusten. Schon Ende Oktober war mein Weiher
erstmals komplett zugefroren und meine Planung (Abfischen) wurde durch
die Wettersituation komplett über den Haufen geworfen: Frühes
Abfischen war wegen der hohen Temperaturen nicht möglich,
später
war die Zeitspanne (ich will meinen Burtfische behalten, kann im
kleinen
Weiher nur hältern, nicht sicher wintern, also muss ich im Herbst
anstauen und umsetzen) für den Wiederbesatz vor Winteranbruch zu
kurz.
Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben....
Die Sommerhitze von 2003 hat
jedoch eine andere böse Folge gehabt,
die sich erst im Winter 2003/2004 im vollen Umfang gezeigt hat: Der
Borkenkäfer
hat fast alle Fichten in der östlichen Hecke befallen. Da
mußte
ich im Frühjahr über 100 Bäume fällen, die Streu
verbrennen
und das Holz (8 Festmeter) abfahren. Und natürlich habe ich die
entstandenen
kahlen Bereiche in der Hecke gleich wieder bepflanzt - aber
natürlich
nicht mehr mit Fichten. Der heiße Sommer 2003 hat noch eine
Spätauswirkung gehabt: Es kam weniger Wasser aus der Quelle. Das
hat mich veranlasst das für Herbst geplante Abfischen nochmals ein
Jahr - auf 2005 zu verschieben. Ansonsten gab es im Sommer/Herbst
2004 keine größeren Probleme, eine Plage mit Wasserpflanzen
im kleinen Weiher habe ich mit drei Graskarpfen sicher in den Griff
bekommen, da waren im Herbst kein Pfeilkraut und auch keine
Wasserlinsen mehr zu sehen.
Im Herbst 2005 war es dann wieder
so weit: Der Weiher wurde abgefischt. Der Bestand ist "bunter"
geworden, natürlich überwogen die Karpfen, aber auch
Schleien, Zander, Giebel, Brachsen, Rotaugen, Rotfedern,
Blaubandbärblinge und natürlich die Gras- und Silberkarpfen
sind gut gewachsen. Auffällig waren viele Teichmuscheln und einige
Krebse. Der Bestand wurde ausgedünnt (füllen jetzt die
Tiefkühltruhe) und in den kleinen Weiher umgesetzt. Gerade noch
bevor der große Weiher dauerhaft mit Eis bedeckt war konnte dann
der kleine Weiher abgelassen und in den großen Weiher umgesetzt
werden.
Das Jahr 2006 war dann etwas
ruhiger, der kleine Weiher wurde nicht angestaut und trocken liegen
gelassen. Dieses "sömmern" dient dazu, dass der Schlamm etwas
abgebaut wird und mineralisiert. Er soll erst 2007 wieder bespannt
werden. Im Sommer wurden einige größere Karpfen mit der
Angel bzw. mit dem Wurfnetz überlistet, so dass der Bestand eher
dünner geworden ist. Der Winter war derart mild, dass sich bis 31.
Dezember niemals eine komplette Eissschicht auf dem Weiher halten
konnte.
Diese viel zu milde Witterung
setzte sich auch im Januar und Februar 2007 fort. Ich kann noch nicht
sagen, wie sich das auf den Fischbestand ausgewirkt hat, aber für
allerlei Kleingetier (Zecken !) war das gut, für mich
natürlich nicht. Winterschaden an den Fischen gab es jedenfalls
nicht. Eine Böse Überraschung allerdings dann Ende Februar,
als meine Hütte aufgebrochen wurde. Einige Gerätschaften
(Motorsäge) kamen abhanden. Der "Böse Bube" hatte die -nach
Ansicht der Polizei- bestens gesicherte Hütte zwar mit einem
Stemmeisen nicht aufbrechen können, dann aber mit einer
Kettensäge das Schloss aus der Eingangstüre
großflächig herausgesägt. Der Einbrecher wurde dann
(verstärkte Streifengänge und Kontrollen,
Funk-Überwachung auch in meiner Hütte) erwischt und hat
zwischenzeitlich 41 Aufbrüche in Fischerhütten zugegeben.
Meine Versicherung hat den Schaden übernommen und bei der
Tür-Instandsetzung wurden Vorkehrungen eingebaut, dass ein
gleichartiger oder ähnlicher Aufbruch-Versuch scheiternd
dürfte. Besatz war 2007 nicht notwendig, ca. 30 große
Karpfen wurden geerntet.
Wiederum extrem mild ist der Winter
2007/2008 verlaufen. Selbst Januar-Feburar lag kaum Schnee, so dass die
Zufahrt im Winter durchgängig ohne Probleme möglich war. Der
Weiher war selbst im Januar zeitweise eisfrei, das hat es noch nie
gegeben. Bis März waren keine Winterschäden bei den Fischen
zu sehen, lediglich ein Sturm Anfang März hatte einige
größere Äste abgebrochen und der Maulwurf ist
ausgesprochen aktiv gewesen, die Wiese sieht wie eine Mondlandschaft
aus.
Der Winter 2008/2009 hat es in sich
gehabt, es gab viel Schnee und Eis. Ende Februar ist aufgrund eines
gebrochenen Staubretts viel Wasser unter dem ca. 40 cm dicken Eis
weggelaufen. Glücklicherweise habe ich das bemerkt (die
Geräusche des ablaufenden Wasser waren erstes Warnzeichen) und ich
konnte größeren Schaden verhindern. Bei Temperaturen um den
Nullpunkt und mit Pickel (Eis wegmachen) war diese Arbeit sehr
anstrengend und nicht so einfach. Die maximale Absenkung um ca. 45cm
hat den Fischen jedenfalls nicht geschadet - keine Ausfälle.
Die Wiese westlich des Weihers habe ich mit
Solar-Maulwurfschreck-Geräten aufgerüstet. Abgesehen von
einem -scheinbar tauben- Maulwurf hat das sehr gut funktioniert, den
Bereich sah schon im Frühjahr viel besser aus. Zweimaliges
Vertikutieren und etwas Dünger taten dem Rasen sehr gut.
Ärgerlich ist die immer stärker zunahmende Nutzung als
Hundeklo. Öfters musste ich Hundebesitzern erklären, dass es
weder für ihre Hunde noch für meine Fische gut ist, diese im
Weiher schwimmen zu lassen. (Für bestimmte
Trematoden ist der Hund als Endwirt Ei-Ausscheider und besonders
Hundekot kann eine große Zahl Eier enthalten. Der erste
Zwischenwirt, z.B. eine einzige befallene Schnecke, kann
täglich bis zu 50.000 Zerkarien entlassen. Diese werden vom
zweiten Zwischenwirt, dem Fisch aufgenommen . Weitergegeben werden die
Parasiten dann vom Fisch an Endwirte z.B. Hunde oder Katzen aber
auch für Menschen -besonders für Kinder- ist der Parasit
gefährlich.) Letztendlich brachte nur das Anbrigen von
"Betreten-verboten"-Schildern eine gewisse Besserung.
Auch im Winter 2009/2010 gab es bei
den Fischen keinerlei Schäden. Erstaunlich war das deswegen da der
Weiher ausgesprochen lange (über vier Monate!) zugeforen war. Die
Fische sind gut gewachsen, wobei die größten Graskarpfen
wohl in 2010 die 1-Meter-Marke erreichen werden. Die hohen
Juni-Juli-Temperaturen haben auf vielen Gewässern in der Oberpflaz
zu erheblichen Algen-Problemen geführt (ich habe noch nie so viele
Algen auf dem Mühlnickelweiher bei Falkenberg oder auf dem
Golwitzerweiher am Doost gesehen). Glücklicherweise -und wohl
wegen der Graskarpfen- bin ich von dieser grünen Pest verschont
geblieben. Die hohen Temperaturen brachten glücklicherweise nur
geringe Ausfälle an kleinen Fischen.