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Würfel / Hexaeder
Der Hexaeder ist im Wölsendorfer Revier die häufigste Kristallform vom Flußspat, Kristalle aller Generationen weisen -zumindst auch- diese Tracht auf. Selten sind die Würfelflächen ganz glatt, häufiger durch Parkettierung gezeichnet. Typischerweise kann man feststellen, dass mit fortschreitender Kantenlänge der Hexaeder die Oberfläche sich immer mehr von der ideal glatten und ebenen Fläche entfernt. Mitunter bauen sich größere Kristalle scheinbar aus einer Vielzahl kleiner Würfelchen - mehr oder weniger parallel verwachsen - auf. Alle weiteren Kristallformen finden sich in Kombination mit dem Würfel: Rhombendodekaeder und Pyramidenwürfel stumpfen gern die Kanten ab, Oktaederflächen nehmen die Ecken weg. Bei letztgenannter Kombination muss man allerdings aufpassen, denn aufgrund der guten Spaltbarkeit nach {111} brechen durch Beschädigung leicht die Würfelecken in dieser Art weg. BALD (2000) beschreibt Wüfel (vom Marienschacht), bei denen nur einzelne Kanten durch {310}-Flächen abgestumpft sind. Die selektive Ausbildung einzelner oder bestimmter Flächen in Kombination mit der Hexaeder-Tracht führt zu eigentümlichen Formen, die Ursachen für diese Erscheinung ist nicht geklärt (Beispiel quaderförmige Kristalle, siehe oben).
Als "Kantenkristalle" werden (neben Kristallen, deren Kanten auffällig gefärbt sind) Formen bezeichnet, bei den das Wachstum (wenigstens) verstärkt an den (Würfel-) Kanten erfolgt ist. Die Ursache hierfür ist im einfachten Fall so zu erklären, dass flächige Ablagerungen von Fremdmineralien (Quarz, Ton ...) auf den Würfelflächen ein weiteres normales Wachstum verhindert haben. Die Kanten konnten jedoch weiterwachsen da hier die Ablagerungen entweder nicht genügend abdecken konnten oder weggespült wurden. Solche Kantenkistalle finden sich nicht nur im Wölsendorfer Revier sondern -wenn auch als Raritäten- in vielen Lagerstätten. An einigen Würfeln vom Johannesschacht wurde eine - im Vergleich zum verstärkten Kantenwachstum gegenteilige - Beobachtung gemacht: Die Würfel-Oberflächen erscheinen fast kissenartig konvex nach außen gewölbt. Es sind drei Ursachen denkbar. Einmal systematische Baufehler im Kristallgitter (siehe Zitat RIEDEL weiter unten), flache Pyramidenwürfel-Formen und drittens Lösungs-Vorgänge nach der Kristallbildung. Die zweite und dritte Ursache wurde im Revier tatsächlich beobachtet, ggf. liegt in manchen Fällen auch eine Kombination beider Vorgänge vor.
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Nur größere Würfelflächen
zeigen Parkettierung.
Diese Erscheinung wird durch Baufehler im Kristallgitter hervorgerufen.
Baufehler könnten auch für konvexe und konkave
Würfel-Oberflächen
verantwortlich sein.
Das Bild links zeigt parkettierte Würfel (ca. 2 cm Kantenlänge) von der Grube Erna. |
Häufiger als konvex nach aussen gebogene Oberflächen zeigen sich eher als konkav gewölbt zu bezeichnende Würfel-Flächen. RIEDEL (1952) schreibt dazu: "An verschiedenen, meist großen Würfelformen beobachtet man eine bemerkenswerte Erscheinung. Die Würfelflächen verschieden gefärbter Flußspäte sind konkav gewölbt und zeigen randlich unregelmäßige Abstufungen. Es handelt sich hierbei um konsequente Baufehler des Realgitters, mit vollkommener Desorientierung der einzelnen Würfelbestandteile, was in den Ernährungsumständen bei der Kristallisation begründet liegen kann."