Uranophan im Wölsendorfer Flußspat-Revier

Chem. Formel: CaH2[UO2|SiO4]2.5H20
Härte: 2-2.5
Strich: weiß-gelblich
synonym: Uranotil
UV: nein

Dieses wasserhaltige Uransilikat bildet typischerweise kleine gelbe Kristallbüschelchen, meistens in der Nähe von Pechblende oder in kleinen Quarzdrusen, seltener direkt auf Stinkspat (maximal 1 cm). Der Johannesschacht wird vielfach als Typlokalität für Uranophan bezeichnet. Das ist jedoch strittig: WEBSKY beschreibt nämlich Uranophan bereits 1853 aus Kupferberg/Schlesien, BORICKY veröffentlicht 1870 "Uranotil, ein neues Mineral von Wölsendorf in Bayern". Da jedoch Uranophan und Uranotil identisch ist fällt die Typlokalität nicht nach Wölsendorf. Siehe dazu auch die Arbeit von STRUNZ über Uran in Bayern. Der Name Uranotil sollte nicht mehr verwendet werden.

Funde sind nur aus dem Zentralteil des Reviers bekannt. Dichte "filzartige" Formen bestehen, unter dem Binokular betrachtet, aus vielen feinen, nadeligen Uranophankriställchen. Die Farbe schwankt von hell- bis zitronengelb, selten auch zeisig- bis moosgrün. Begleitet wird Uranophan gerne von weiteren Uranmineralien, namentlich Becquerelit, der etwa gleichzeitig gebildet wurde.
 

Naabrangen: 1-2 mm große Uranophan-"Igelchen" auf Quarzkristallen. Das Stück wurde am Naabrangen, in dem Steilhang zur Autobahn hin gefunden. 
< Bild für Vergrößerung anklicken >
Marienschacht: Uranophan (Uranotil) in einer kleinen Druse von schwarzen Quarzkristallen. Bildbreite etwa 3 cm. 
< Bild für Vergrößerung anklicken >