Die Gruben im Wölsendorfer Flußspat-Revier
 
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Der Schwarzachstollen bei Altfalter


Das Stollenmundloch im Sommer 2001

Etwa  knapp einen Kilometer nördlich der Ortschaft Altfalter östlich Schwarzenfeld liegt der "Schwarzachstollen". Hier im südöstlichen Bereich des Nabburg-Wölsendorfer Flußspatreviers hat man einen heute noch zugänglichen Stollen horizontal in den Berg getrieben, wohl in der Hoffnung auf ein abbauwürdigs Flußspatvorkommen zu stoßen. Etwa in der Mitte zwischen den Gängen des Versuchberbaus "Augusta" und dem "Hofberggang" tritt hier tatsächlich auch Flußspat auf, jedoch keineswegs in bauwürdiger Mächtigkeit. Der Gang steht im mittelkörnigen rötlichem Granit (variszisch) und zeigt bei stark schwankender Mächtigkeit fleischfarbenen Baryt als Hauptmineral, nur untergeordnet hellvioletten Fluorit und Quarz. Die Spatmächtigkeit erreicht an keiner Stelle auch nur ca. 10 cm.

Die Mineralfunde beschränken sich auf kleine helle, seltener violettblaue Flußspatkristalle, die in lehmgefüllten Klüften in der Regel lose zu finden sind. Maximale Kantenlänge dürfte bei 5 cm liegen, Exemplare mit über 1 cm Kantenlänge sind aber schon selten. Einige Flußspatkristalle zeigen je nach Beleuchtung (natürlich/künstlich) einen auffälligen Farbwechsel. In Fluorit eingewachsen konnte noch Kupferkies und Pyrit, auf Quarzkristalle aufsitzend kleine Sideritkügelchen aufgefunden werden. Zu den wirklich Seltenheiten zählen Flußspatstufen, denn das Material in den Klüften ist extrem bröselig.

Flußspatkristall (Kantenlänge ca. 2 cm) unter künstlichem Licht (Halogenlampe) fotografiert. 
Der gleiche Kristall (wie oben) jedoch unter natürlichem Licht (bedeckter Himmel) abgebildet. Der Farbwechsel ist auffallend stark.
Kristallgruppe mit Kantenlänge bis 3 cm
Fluorit x, aufsitzender Quarzkristall, rechts darunter Kupferkies.  (Bildbreite 4 mm)

Rauchquarz x, lediglich die Spitze ist intensiv gefärbt. (Bildbreite 1 cm)
Siderit-Kügelchen auf Quarzkristall (Bildbreite 4 mm)

Der Schwarzachstollen ist heute noch zugänglich, jedoch eine nicht ganz ungefährliche, auf alle Fälle aber recht schmutzige Angelegenheit.

Nachdem man in gebückter Haltung das Stollenmundloch überwunden hat findet man einen weitgehend trockenen, leicht gebogenen Stollen von im Schnitt zwei Meter Höhe. Der rötliche Granit scheint hier so standfest, daß auf jeden Ausbau verzichtet wurde. Die Größe der bergmännischen Anlage lässt keinen Zweifel daran aufkommen, daß es sich hier nur um einen Untersuchungs-Stollen handeln kann, auch wenn der Volksmund da anderer Meinung ist. Nach etwa 30 Meter zeigt sich eine Gabelung mit kleinen einem kleinen Querschlag, beide Gänge führen dann nur noch wenig weiter.
Eine treffende Beschreibung findet sich in den Erläuterungen zur Geologischen Karte von Nabburg, W. BAUBERGER schreibt 1967:
"Unmittelbar neben der Brücke über die Schwarzach, neben einem kleinen Steinbruch folgt ein heute noch offener Stollen einem kleinen Gang. Am Stollenmundloch besteht der Gang nur aus einem 2-4 cm mächtigen Quarztrümchen mit weniger als 0,5 cm hellen Flußspat. Die Gangkluft streicht N 128° und fällt mit 66° nach Nordost ein. Baryt ist das Hauptmineral des Ganges im weiteren Verlauf des Stollens."
Starke tektonische Störungen haben dieses, in der geologischen Karte als Barytgang eingezeichnete Vorkommen geprägt. Den Bergleuten ist es sicher nicht leicht gefallen, den Gang, der sich mal einschnürt, dann teilt oder unerwartet wieder an Mächtigkeit gewinnt, in sicherer Weise zu verfolgen. Aus der näheren Umgebung sind weiter Barytgänge durch Lesesteine bekannt, Aufschlüsse fehlen jedoch, ähnlich wie bei den weiter entfernten Schwerspatgängen von Edeldorf, Luhe, Roggenstein und Diendorf, die genetisch in Zusammenhang stehen.