Fluorit
im Wölsendorfer Flußspat-Revier
Pyramidenwürfel,
Tetrakishexaeder

Pyramidenwürfel
(2 mm) Grube Roland
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Die Bezeichnungen
"Pyramidenwürfel" und auch
"Tetrakishexaeder"
stehen für eine Reihe Kristallformen nach dem Schema {hk0} mit
h>k.
Für Fluorit bekannt sind folgende Pyramidenwürfel: {210},
{310},
{410}, {510}, {610}, {530}, {730} sogar {32 1 0} und andere Trachten.
Je größer h (die erste Zahl)
ist, umso flacher sind die Pyramiden. Veranschaulichen kann man sich
diese
Kristallformen wenn man sich einen Würfel vorstellt, wobei man
gedanklich
auf jede Fläche einen flache bis sehr flache vierseitige Pyramide
aufsetzt:

Pyramidenwürfel {210}
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Pyramidenwürfel {610}
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Gut ausgebildete Flußspat-Pyramidenwürfel sind
im
Wölsendorfer Revier - wie auch anderswo - viel gesuchte
Raritäten.
Die besten und größten (bis 1 cm) Pyramidenwürfel kamen
von der Grube Roland (oberflächennah) und (bis 1/2 cm) aus dem
Bereich
des Johannesschachtes bzw. Rolandgang). Flußspat kristallisiert
(auch)
abhängig von der Bildungstemperatur in verschiedenen
Kristalltrachten.
Die Pyramidenwürfel-Formen siedelt man thermal höher als die
Würfelform, aber unterhalb jener Temperturen bei denen sich
bevorzugt
Oktaeder bilden, an. Im Wölsendorfer Revier waren diese
Bedingungen
nur im zentralen Revierteil und bei den ersten
Flußspatabscheidungen
gegeben. Für eine frühe Bildung spricht auch, dass
Pseudomorphosen
von Quarz nach Fluorit-Pyramidenwürfeln gefunden wurden.
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Auf dem Foto links ist ein
nahezu ideal ausgebildeter Pyramidenwürfel von der Grube Roland im
Wölsendorfer Revier zu sehen.
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Fast ideal ausgebildetet Pyramidenwürfel {210} von der
Grube Roland
bei Stulln. Bildbreite 7 mm
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Ca. 5 mm großer flacher Pyramidenwürfel mit rauher
auf Quarzkristallrasen
vom Rolandgang am Wölsenberg.
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Etwa 2 mm großer scharf ausgebildeter
Pyramidenwürfel aus
dem Bereich des Johannesschachtes.
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Pseudomorphose von Quarz nach
Flußspat-Pyramidenwürfel vom
Rolandgang der Grube Johannessschacht. Bildbreite ca. 1cm.
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Die erste Nennung von Pyramidenwürfeln vom
Wölsenberg
geht übrigens auf GÜMBEL (1863) zurück. Auch DRECHSLER
(1924)
schreibt von "sehr flachen Tetrakishexaedern".