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Die Vorgänge bei der Entstehung von Verdrängungs-Pseudomorphosen umfassen im Idealfall: Auflösung vorhandener Kristalle einer Mineralart A, bei mehr oder weniger gleichzeitige Bildung neuer Kristallkeime einer Mineralart B und Hineinwachsen der neuen Kriställchen in den durch Auflösung frei werdenden oder frei gewordenen Raum. Im letzten Schritt wird das umüllende Mineral weggeführt, so dass ein Kristall in der Form der Mineralart A entsprechend, jedoch von der Substanz her aus dem Mineral B bestehend vorliegt. Man spricht dann von einer Pseudomorphose von B nach A. Die geologischen Bedingungen für die Bildung von Pseudomorphosen waren im Wölsendorfer Revier günstig: Mehrphasige Mineralbildungen mit wechselnden Lösungen und damit verbundener teilweiser Auflösung bereits mineralisierter Phasen haben die Entstehung von Pseudomorphosen ermöglicht. Abgesehen von LAUBMANN (1914 und 1922, siehe Literatur) hat man offensichtlich den Pseudomorphosen im Wölsendorfer Revier nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt, das mag daran liegen dass die Pseudomorphosen im Vergleich zu den Flussspatstufen optisch keine so attraktiven Stufen darstellen.
Perimorphosen, vielfach auch als "Umhüllungs-Pseudomorphosen" oder "Überkrustungs-Pseudomorphosen" bezeichnet, haben eine ähnliche Entstehungsgeschichte. Lediglich die beiden letzten Schritte (Zuführung einer ersetzenden Mineralart in den Hohlraum und Wegführung der Umhüllung) fehlen. Es wird also ein Mineral A von einem Mineral B überkustet, dann das Mineral A weggeführt. Man bezeichnet diese Bildung als Perimorphose von B nach A.
Pseudomorphosen und Perimorphosen aus Wölsendorf:
| Pseudomorphosen: | Perimorphosen: |
| Quarz nach Fluorit | Quarz nach Fluorit |
| Quarz nach Baryt | Quarz nach Baryt |
| Limonit nach Pyrit | Quarz nach Calcit |
| Quarz nach Calcit | |
| Fluorit
nach Calcit |
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| Fluorit nach Baryt | |
| Siderit nach Dolomit | |
| Hämatit nach Siderit | |
| Malachit nach Chalcopyrit |
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| Nontronit nach Chalcopyrit |
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| Siderit nach Chalcopyrit |
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| Tenorit nach Chalcopyrit |