Östlich Wölsendorf (1,8 km) wurde mit dem
Heinrich-Kocher-Stollen
ein weniger mächtiges Flußspat-Vorkommen (der "Kochergang")
angefahren. Die Grube wurde am 1. Mai 1937 eröffnet und bis 1952
betrieben.
Der Kochergang fällt mit etwa 70° nach Südwest ein und
hatte
ein Mächtigkeit von 80 cm bis 1,5 Meter, wobei die mittlere
Mächtigkeit
schon über einem Meter war. Später versuchte man in
größerer
Tiefe (70 Meter Sohle des Marienschachtes) durch einen Querschlag
diesen
Gang weiter abzubauen, jedoch blieb es wegen zu geringer
Spat-Mächtigkeit
(10-20 cm) in dieser Teufe beim Versuch. Aufgefahren wurde der
Kochergang
hierbei auf gut 20 Meter. Anderen Angaben zufolge wurde eben nicht der
Hauptgang angefahren (der wäre noch 20 Meter entfernt gewesen)
sondern
ein unbedeutender Nebengang untersucht. Der Kocherstollen verfügt
über zwei Luftschächte (einer neu als Notausstieg für
das
Besucherbergwerk angelegt). Oberirdisch wurde das Vorkommen ebenfalls
angegangen,
wobei ein Pingenzug noch sichtbar ist (auf ca. 150 Meter Länge).
Geophysikalische
Messungen über Tage haben Anfang der 70-er Jahre nochmals zu dem
Vorschlag
geführt, den Kochergang, der möglicherweise im Naabrankengang
nicht nur seine Fortsetzung findet sondern vieleicht sogar mit diesem
in
Zusammenhang steht, vom Verbundbergwerk Marien-Johannesschacht aus
aufzufahren
(KUYUMCU). Dieser Querschlag hätte
über
eine Mio. DM gekostet und wurde dann doch nicht realisiert.
Heute ist der Stolleneingang (des alten Kocher-Stollens) durch den
Bergknappenverein
Marienschacht- Wölsendorf (Vorstand Fritz Held) wunderschön
hergerichtet
und eine touristische Attraktion für den Besucher (man folge der
Beschilderung
im Ort Wölsendorf). Etwa 500 Meter des alten Stollens wurden
freigelegt
und 1995 und 1999 zur Begehung freigegeben, zugleich wurde eine
Schutzhütte
errichtet.
Violetter Flußspat, tiefschwarzer Stinkspat (auch Oktaeder),
seltener
graugrüner Fluorit, Baryt, wenige Erz- und Uranmineralien
(besonders
Torbernit), das ist alles, was man heute vom "Kocher-Gang" in den
Sammlungen sehen kann. Als Raritäten gelten die cm-großen,
violetten,
von Quarz (weiße Kristallrasen) überwachsenen Oktaeder, die
zeitweise auftraten. Früher kaum Beachtung fanden Perimorphosen
(häufig
nach Kalkspat ) und Pseudomorphosen von Quarz nach Fluorit
(-Oktaedern).
Aus dem Kocherstollen stammen aber auch gute grüne
Flußspatkristallstufen
(siehe www.vfmg-weiden.de/fdm26.htm).
In den letzten Jahren wurden immer wieder Funde in den alten
oberflächlichen
Schürfen den Kocherstollens gemacht, ebenso vereinzelt beim Ausbau
des Besucherbergwerks. Dier Pingenzug ist allerdings recht abgesucht,
und
daher sind die Fundmöglichkeiten heute eher gering.
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Quarzkristallrasen auf Fluorit. Die kleinen Quarzkristalle
sind durch
Hämatit teilweise oberflächlich ziegelrot gefärbt.
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Violette Fluoritkristalle mit ca. 1.5 cm Kantenlänge,
mit feinen
Quarzkristallen überkrustet. Typische Stufe für den
Kocher-Stollen.
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Mit Quarz-Kriställchen überwachsene
Fluorit-Oktaeder, Seltenheit
vom Kocherstollen.
Bildbreite 5 cm
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Die violetten Fluorit-Würfel (bis 1 cm
Kantenlänge) haben
einen (einseitig offenen) Mantel von Eisenkiesel-Kriställchen.
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Pseudomorphose von Quarz nach Fluorit (-Oktaeder).
Kantenlänge
der Kristalle 15 mm, - große Rarität, Fund 4/2003.
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