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Der Johannesschacht bei Wölsendorf

Der Johannesschacht (Bild bei M. Koller)
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Das Schachtgerüst und der Verladebunker des
Johannesschachtes
wurden 1965 abgetragen. Übertage wurde bis 1924 im "Weber-Bruch"
und
seit früher Zeit im nahegelegenen "Staatsbruch" Flußspat
gewonnen. 1937 kam der Pfeiffer-Schacht (60m, 1922 begonnen) zur Grube,
um 1940 der Barbaraschacht (ca. 1916 begonnen). Bild links (Johannesschacht) bei M. Koller |
Mit 85° ist der Johannesgang der steilst fallende (fast senkrecht) Gang im Wölsendorfer Revier. Die Mineralisationen sind denen des Marienschachtes (der später auf die gleichen Gänge bzw. deren Fortsetzungen baute - siehe Marienschacht-Verbundbergwerk) recht ähnlich. Das nordwestliche Ende des Mariengangs und das südöstliche Ende des Johannesgangs liegen nämlich an einer Störung nur etwa 300 Meter voneinander entfernt. Durch den Bau der Autobahn (A93 Weiden-Regensburg) wurde das enge Naabtal nach Osten hin erweitert, wobei (von Süden der Reihe nach) der Rolandgang, der Naabrankengang und der Nordgang freigelegt wurden. Kurze Zeit bestand hier beste Fundmöglichkeit für Mineraliensammler (Uranmineralien !).
Eisenkiesel (roter Quarzkristallrasen auf Stinkspat), auch Amethyst und Rauchquarz, Honigspat (honigbrauner Fluorit, gerne auch mit ziegelroter Oberfläche), tiefschwarzer Stinkspat in schönen Kristallen, selten auch Oktaeder und Tetrakishexaeder (flache Pyramidenwürfel) und Uranmineralien sind in besonders schöner Ausbildung aufgetreten. Bemerkenswert sind auch die Pseudomorphosen (von Quarz nach Flußspat, Quarz nach Baryt und Quarz nach Calcit), von denen bereits LAUBMANN 1913/14 berichtet.
Fundmöglichkeiten im Bereich der ehemaligen Grube bestehen
kaum
mehr. Neuerdings in größerer Menge angebotene Stücke
stammen
aus waghalsigen Grubenbegehungen, die ich niemanden anraten
möchte.
Kleinere Funde, besonders von Uranmineralien können noch am
Naabrangen
gemacht werden, jedoch ist diese Fundstelle stark abgesucht. Die zwei
großen,
nahezu parallel laufenden Pingen, die sich westlich am Wölsenberg
hochziehen sind der sichtbare und bleibende Rest der bergbaulichen
Tätigkeiten
hier.