|
|
|
|
Phantome, zonares Wachstum, KantenkristalleZonarer Aufbau (also "Phantomwachstum") ist mal stark, mal nicht zu sehen. Im Querschnitt (Dünnschliff) ist die sehr ungleichmäßige Farbverteilung bei stärker gefärbten Kristallen praktisch immer zu beobachten. Phantome können durch eingelagerte Fremdmineralien, durch radioaktive Verfärbung oder durch Element-Einlagerungen im Kristallgitter entstehen. Die Kristallformen, die man heute als Phantome in den Kristallen sehen kann müssen nicht immer geschlossen sein (also "schwebende Flächen"), oft zeigen sich auch von der äußeren Form abweichende Trachten (z.B. Oktaeder-Phantom im Würfel).
![]() Grube Erika |
![]() Grube Hermine |
![]() Grube Merkur |
Oft betrachtet man die heute im Kristalle zu sehende Phantom-Form als früheres Wachstums-Stadium, bedingt durch wechselnde Lösungs-Zusammensetzung. Das mag vielfach - und besonders in den Fällen, wo Fremdmineralien eingelagert sind - stimmen. Einzelne, scheinbar "schwebend" im Kristall liegende Flächen (z.B. Oktaederflächen, die sich nicht berühren in einem Würfel) und "Kantenkristalle" sind mit der gängigen Ansicht nicht gut zu erklären. Es könnte auch so sein, dass sich bestimmte Fremdionen (diadoch) im Kristallgitter bevorzugt an bestimmten Stellen (genauer gesagt Raumrichtungen) anlagern, z.B. an einer Würfelecke (oder Würfelkante). Das, durch den geringfügig anderen Ionenradius gestörte Kristallgitter könnte in einer Raumebene (dort, wo es einen günstigen Gitterabstand aufweist) für ein weiterwachsen der Phantomfläche verantwortllich sein. So könnte ein Kristall während des Wachstums z.B. immer nach außen die Würfeltracht gezeigt haben, innen aber z.B. Phantom-Oktaederflächen aufweisen. Es fällt auf, dass die Phantomflächen häufigst violett gefärbt sind. Nun kann Uran diadoch in das Flußspatgitter eingebaut sein (was in Wölsendorf ja auch beobachtet wurde) und so durch radioaktive Einwirkung hauptsächlich violette Verfärbungen erzeugen.
Zwei Beispiele für Phantome, bei denen die Phantom-Tracht zur Kristall-Tracht unterschiedlich ist:
Kantenkristalle
Eine Erscheinung, die sicher keine äußere Kristall-Wachstumsform als Ursache hat sind die sog. Kantenkristalle. Bei derartigen, in Vergleich zu Phantomen selteren zonaren Färbungen sind lediglich die Würfelkaten deutlich stärker gefärbt.
Das Bild links zeigt Kantenkristalle von der Grube Hermine. (Bildbreite ca. 2 cm. Teilweise sind die Kanten auch mehrfach gezeichnet. Schöne Kantenkristalle sind von einigen Gruben im Wölsendorfer Revier bekannt, namentlich von der Grube Hermine, Heißer Stein, Cäcilia und Neue Hoffnung. Auffällig ist, dass die Kanten immer dunkler und ohne Ausnahme violett gefärbt sind. Die Erscheinung dürfte radioaktiv bedingt sein.