| Chem. Formel: BaSO4 Strich: weiß Dichte: 4.5 UV: teilweise weiß-gelblich unter UV-A (langwellig) Synonym: Schwerspat |
![]() weitere Kristallzeichnungen |
Baryt oder Schwerspat tritt praktrisch überall im Revier auf. Typischerweise ist dieses Mineral (ebenso wie der Fluorit) in der Reviermitte kräftiger (fleischfarben, rötlich) gefärbt, in den Randgebieten dominieren blasse Farben bis weiß. Südlich Diendorf, und im größeren Umkreis, z.B. bei Edeldorf, bei Luhe und bei Roggenstein kennt man (wenig mächtige) reine Barytgänge, die der gleichen Entstehung zugerechnet werden. Kristalle zählen hier jedoch zu den Raritäten.
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Die besten und größten Baryt-Tafeln kamen vom "Heißen Stein", die Kristalle sind praktisch unverwechselbar. (Bildbreite Bild links: 8 cm) |
Wölsendorfer Baryt kristallisiert vorzugsweise tafelig, seltener prismatisch/stengelig. "Derbe" Massen zeigen angeschliffen auch schöne Bänderung, manchmal im Wechsel mit Fluorit. Die Barytkristalle sind flächenreich, auch kommen parallelverwachsene "Hahnenkämme" und Rosetten vor.Eine erste ausführliche Beschreibung von Baryt aus Wölsendorf liegt von RIEDEL (1952) vor: "Formenreich sind die einzelnen Kristall-Trachten des rhombisch bipyramidalen Baryts. Die markanteste und häufigste Ausbildung stellt der dünntafelige Habitus nach der Basis (100) dar, mit verschiedenen Färbungen von weiß, rötlich bis gelb. Die Basis erscheint mit den Prismen (110) oder (011) und (101), ferner (102) (010), weniger isometrisch als gestreckt nach der b-Achse. In dieser Weise kommt das Aussehen der Kristalle abgerundeten "Haifischlossen" ähnlich. Mit (010) sind sie fächerartig, als auch unregelmäßig sich in einzelnen Blättern durchwachsend, auf Flußspat aufgesetzt. Der stumpfe Winkel, der meist auf (001) sichtbaren Spaltrisse wird durch die a-Achsen halbiert (wichtig für die kristallographische Aufstellung). Ein seltenerer Typ ist der gedrungene, weiß bis schwach gelbliche, prismatische Baryt. ... Daneben treten in einzelnen Fällen körnige oder erdige Schwerspat-Aggregate auf, die wegen ihrer meist bizarren stalagtitischen Formen eine rekristallisierte Gelstruktur nachweisen. Noch ein weiterer Kristalltyp ist bemerkenswert, der den Schwerspat in braunen bis grünen Farbtönen äußerst Feinnadelig und radialstrahliger Anordnung - in dichten braunen Aggregaten mit konzentrischer Streifung (dunkelbraun), in den grünen Varietäten mit einzelnen lockeren Büschel - zeigt und ihn leicht mit Aragonit verwechseln läßt".
ZIEHR (1975) beschreibt in jüngste Baryt-Kriställchen eingewachsene Zinnober-Nadeln von der Grube Cäcilia (siehe hier) und berichtet von sehr stark schwankenden Strontium-Gehalt der Baryte. Öfters beobachten kann man in Baryt eingewachsen Kupferkies, Pyrit/Markasit sowie fein verteilten Hämatit.
Zu Förderzeiten wurde teilweise der Baryt vom Fördergut mechanisch getrennt und (z.B. als Zuschlagstoff für Reaktorbeton, Bohrspülung und Papierstrich) gesondert verkauft. Die Grube Cäcilia lieferte so bis zu 300 t Barytkonzentrat monatlich. Die wirtschaftliche Verwertung war durch färbende Verunreinigungen (diese sind in der Aufbereitung nicht/problematisch zu entfernen) sehr eingeschränkt.
Die Kristallform kann durchaus flächenreich sein, Baryt ist in mehreren Generationen entstanden. Die häufiger prismatischen Kriställchen der jüngsten Generation zeigen unter UV-Licht gerne eine starke weiß-gelbliche Fluoreszenz. Zonar gebaute Kristalle sind vorhanden, die Kristalle meistens nur wenig durchscheinend, so dass der Zonarbau eher seltener zu sehen ist. Pseudomorphosen von Quarz nach Baryt und noch häufiger Umhüllungs-Pseudomorphosen (Perimorphosen) sind besonders im zentralen Revierteil (Johannesschacht) verbreitet.Mehr zum Thema Baryt auf meiner BARYT-Seite
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