Etwa knapp einen km südlich der "Sägmühle" bei Tirschenreuth erhebt sich der Sägmühlberg. "Beim Roten Kreuz" befand sich in der Zeit um 1852 ein Pegmatitabbau, der eigentlich nur durch eine Veröffentlichung aus der damaligen Literatur bekannt ist. O. MÜLLER vergleicht damals das Vorkommen mit dem von Zwiesel, lediglich die Phosphatmineralien hätte man hier nicht gefunden. Für die damalige Zeit war das Auftreten von Columbit (2. Vorkommen in Deutschland nach dem Hühnerkobel, 1844 entdeckte bekanntlich H. Rose das Element Niob im Columbit vom Hühnerkobel) eine kleine Sensation. Heute kann dieser Pegmatit nur noch durch Lesesteine auf den Äckern belegt werden. Aber erstaunlich oft werden immer wieder kleine Berylle (selten über 2 cm) gefunden. Leider ist der Acker (in der begehbaren Zeit) schnell abgesucht und so halten sich die Funde eher in bescheidenen Rahmen.
Mitte der 70er, Anfang der 80er Jahre wurde dieses bis dahin mehr
oder
minder "verschollene" Vorkommen von Mineraliensammlern wiederentdeckt.
Zwischenzeitlich wurden - bis auf Uranglimmer - alle von dort bekannten
Mineralien wiedergefunden, neu hinzugekommen ist Zirkon.
Es ist mir bisher nur einmal geglückt, eine Stufe aus einer alten
Sammlung zu erwerben. Der Geologe Dr. Georg Mutschlechner (Innsbruck)
hatte
einen Beryll, mit der Fundortangabe "Tirschenreuth" aus der Zeit um
1880
in seiner Sammlung. Dieses Stück, das ich über K. Gerl
erwerben
konnte, zeigt einen blassen, etwa 4 cm langen Beryll, im Pegmatit
eingewachsen.
Aufgrund der Ausbildung und der Fundortangebe habe ich keinen Zweifel,
dass dieses Stück von der Sägmühle stammt.
Der Sägmühle-Pegmatit verdankt seine Entstehung des
Restschmelzen
des Falkenberger Granits. Wie fast alle Vorkommen in diesem Bereich
(Schönficht,
Beidl, Schönthan, Wildenau-Plößberg, Auerberg, evntl.
Püllersreuth)
enthält der Pegmatit Beryll in schönen, grünlichen,
gerne
parallel verwachsenen Kristall-Paketen. Mit Sicherheit war dieses
Vorkommen
zu Abbau-Zeiten einer der Beryll-reichsten Pegmatite in der Oberpfalz
überhaupt.
Im Pegmatit selbst fanden/finden sich:
Ein ähnlicher Pegmatit (nur 3/4 Meile entfernt ?) soll sich
bei Schwarzenbach/Tirschenreuth befunden haben (MÜLLER, 1852). Die
dort vorkommenden Berylle sollen ungleich größer und
häufiger
gewesen sein. Dieses Vorkommen ist jedoch - trotz eingehender
Nachsuche,
ebenso wie der Pegmatit von Grün/Tirschnreuth (auch dort Beryll)
nicht
mehr aufzufinden.
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