| Hagendorf-Süd Einleitung / Übersicht |
Mineralien A-F |
Mineralien G-L |
Mineralien M-P |
Mineralien Q-Z |
Literatur | Links |
Dieses Mineral ist eine jener Bildungen, die zum Ruhm dieser
Fundstelle
weltweit beigetragen haben. Für das Zinkphosphat
Phosphophyllit
ist
Hagendorf nämlich Typ-Lokalität.
1920
haben Laubmann und Steinmetz dieses Mineral von Hagendorf (Nord)
erstmals
beschrieben. Zwar ist dieses Mineral inzwischen schon an vielen anderen
Fundorten - auch in größeren Kristallen (Poopoo,
Potosi,
Bolivien)
- gefunden worden, doch bildet Phosphophyllit in Hagendorf eine
interessante
Paragenese. Die Farbe von Phosphophyllit schwankt dabei von wasserklar
(weiß) über zarte gelb-grün-Töne
bis zu
kräftig
blaugrün. Mitunter färbt erdig eingewachsener
Vivianit die
Kristalle
blau. Epitaktisch aufgewachsen findet sich Keckit, nadelig durchwachsen
Schooneritkristalle den Phosphophyllit. Eine Pseudomorphose von einem
unbekannten
Mineral (hell-bräunlich, matt, undurchsichtig) nach
Phosphophyllit
hat sich als röntgen-amorph erwiesen, weitere Untersuchungen
stehen
noch aus. In der Paragenese findet sich (neben den schon
erwähnten
Mineralien) gerne Parascholzit, Scholzit, Vivianit, Fairfieldit und
einige
andere seltene Mineralien. Für die Entstehung notwendige
Ausgangs-Mineralien
waren wohl (häufig) Zwieselit und (immer) Zinkblende. Nicht
selten
sind Reste dieser Mineralien (oder ursprünglich darin
eingelagerte
Mineralien - wie Columbit) auf den Stufen noch zu finden. Einzige
Verwechslungsmöglichkeit
besteht nur mit Ludlamit, dessen Kristalle aber in einer ganz anderen
Paragenese
(Phosphoferrit, Kryzhanovskit) auftreten. Aus Hagendorf (Süd
und
Nord)
kennt man bis zu 4 cm große Kristalle, die Mehrzahl ist
natürlich
deutlich kleiner. Schöne Einzelkristalle, V-förmige
Zwillinge,
Doppelender und X-förmige 4-linge wurden gefunden. Man beachte
den
Mineralien-Steckbrief zu Phosphophyllit im Lapis Jg. 25, Heft 6/2000.