Berthold's Makrofoto-Seite
 

Wespenspinne Auschnitt in
Originalauflösung mit <klick>


Es ist schon immer faszinierend einen Augenblick in Sport, eine Stimmung in der Landschaft oder das Porträt eines Menschen auf Film oder digital festzuhalten. Noch mehr begeisternd, aber auch schwerer ist es Dinge zu fotografieren die sich einem nur mit der Lupe oder gar erst mit dem Mikroskop zeigen würden.

Ich werde öfters gefragt, wie man denn gute Makrofotos machen könne. Nun, ein Patentrezept gibt es nicht, letztendlich nützt auch die beste Technik nichts wenn das Motiv nichts taugt oder wenn man im falschen Moment auf den Auslöser drückt. Dass die Technik nicht nur beherrscht sondern der jeweiligen Situation angepasst werden muss will ich nachfolgend aufzeigen. Zwei Sitationen will ich näher beschreiben:

1. Fotografie von Insekten in freier Natur

2. Mineralienfotografie im extremen Vergrößerungsbereich


Fotografie von Insekten in freier Natur

Man könnte dazu auch "die hohe Schule der Makrrofotagrafie" sagen. Es ist die ständige Abwägung von Vor- und Nachteilen und es geht darum das Optimum zu finden. Ideal wäre:
Allerdings führen kleine Blenden ebenso wie kleine Iso-Werte zwangsläufig zu langen Belichtungszeiten und damit zu Unschärfe. Lange Brennweiten unterschreiten zwar oft weniger die Flichtdistanz erfordern aber wieder kürzere Belichtungszeiten. Und kleine Blenden können zu geringer Allgemeinschärfe führen. Fehlt genügend natürliches Licht geht an Zusatzlicht (Blitz) kein Weg vorbei. Die Auffassung wann Aufnahmen gestellt bzw. die Natur manipuliert ist geht weit auseinander. Ich halte es für legitim einen störenden Grashalm im Vordergrund wegzumachen, für grenzwertig einen Fotokarton als Hintergrund zu platzieren und lehe es ab, beispielsweise künstlich Wassertropfen ins Spinnenetz zu sprühen. Es gibt Kollegen die im Gelände ihre Objekte einsammeln und zu Hause im Studio-Terrarium ihre Tier- und Pflanzenfotos machen. Abgesehen vom Naturschutzgedanken finde ich solches Vorgehen auch deswegen unangebracht, da weder das natürliche Verhalten noch die natürliche Umgebung gegeben ist. Ich versuche, wo immer möglich, aus freier Hand und ohne jeden Eingriff in die Natur zu fotografieren. Meine bevorzugte Technik ist hierbei:
Also kein Stativ und kein Blitz. Das erfordert viel  Licht, eine ruhige Hand und wohlüberlegte Einstellungen. Besonders die Canon hat hier einen entscheidenden Vorteil: Wenig Rauschen auch bei hohen Iso-Werten. Das Foto oben links (Wespenspinne) ist mit der Canon und folgenden Einstelungen entstanden: Blende 14, ISO 1600, 1/125sec, Brennweite 90mm.

Mineralienfotografie im extremen Vergrößerungsbereich


Im Gegensatz zur Insektenfotografie sind die Probleme hier ganz anders geartet. Starke Vergrößerung bringt zwangsläufig eine sehr geringe Schärfentiefe mit sich, dagegen können niedrige ISO-Werte und lange Belichtungszeiten im Studio-Aufbau weitgehend problemlos eingesetzt werden. Die Verwendung von natürlichem Licht wäre zwar in vieler Hinsicht wünschenswert, ist aber praktisch nicht realisierbar. Einmal ist selbst Sonnenlicht zur Fotografie durchs Mikroskop bei starker Vergrößerung keinesfalls ausreichend, zweites sind Reflexe und Schattenwurf nur mit mehreren Lichtquellen, mit Polfiltern und Streufiltern (z.B. Transparentpapier um Licht "weicher" zu machen) in den Griff zu bekommen. Das größte Problem der Makrofotografie -die geringe Schärfentiefe- ist durch eine neue Technik, die Digitale Mehrebenenfotografie, lösbar geworden. Man kann sich das so vorstellen: Vom gleichen Objekt wird eine Serie von Fotos gemacht, jeweils nur geringfügig weiter nach vorne oder hinten fokusiert. Aus diesen Bilder werden durch eine geeigente Software die jeweils scharfen Bereiche zusammen in ein Bild gerechnet. Ich verwende dazu die frei Software Combine ZP externer Link und vereinzelt Helicon-Fokus.  Meine bevorzugte Technik ist:
Beleuchtung mit Schwanenhals-Lichtleitern oder / und Halogen-Lampen. Die Bilder werden im RAW-Datenformat bei Spiegel-Vorauslösung, 100 ISO und manuell eingestellter Belichtungszeit aufgenommen, mit der Hersteller-Software in 16-Bit/Kanal Tiff's umgerechent und diese dann mit CZP "gestackt". Weiterverarbeitung -etwa Zuschnitt oder Umwandlung in jpg- mache ich dann mit dem Grafikprogramm gimp. Die Details zu dieser Technik beschreibe ich auf meiner Seite DMF.

 


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