Einige km westlich der tschechischen Grenze, im Nordosten Bayerns
findet
sich ein größeres Areal, in dem immer wieder schöne
Andalusit-Kristalle,
eingewachsen in Glimmerschiefer und Quarz gefunden werden. Diese
Fundstelle
ist schon lange bekannt. So schreibt Dr. A. Schmidt 1909: "Am
Düllen
in der Nähe von Albenreuth kommen Krystalle von 5-6 Centimeter
Grösse,
auch solche in seltener zehnzähliger Combination vor". Gemeint
ist mit "Am Düllen" der Tillenberg, und mit "Albenreuth" eben
Neualbenreuth.
Fast jede lokale Sammlung zieren Stufen aus diesem Raum, die
Fundort-Angabe
schwankt dabei erheblich. Ich beschreibe diese Fundstelle unter der
Überschrift
"Egerer Waldhaus", einer kleinen Gaststätte im Zentrum des
"höffigen"
Gebietes, die mir schon öfters als Ausgangspunkt für
Streifzüge
gedient hat. Genau genommen häufen sich die Funde in einem
Bereich,
den man etwa mit einem Dreieck um die Orte Wondreb, Pfaffenreuth und
Altmugl
grob eingrenzen könnte. Ein größerer Aufschluß,
Steinbruch
o.Ä. fehlt leider, so ist man auf Lesesteine und den Waldboden
durchbrechende
Gesteinsblöcke und Felsen angewiesen. Auf manchen
Fundort-Zetteln
steht (statt "Egerer Waldhaus", "Egerer Waldhäusl") Pfaffenreuth,
Altmugl, Muglmühle, Tillenberg, Streicher Rang(en), Zirkenreuth,
Hochwald,
Forkatshof und, etwas abseits, Großensees.
Die im gesamten Gebiet auftretenden Mineralien sind schnell
beschrieben:
Im Glimmerschiefer/Phyllit, besonders aber in den "Quarzknauern" treten
vereinzelt bis ca. 10 cm lange und fingerdicke Andalusitkristalle auf.
Diese Andalusite lassen sich nur schlecht herauspräparieren, sind
parallel verwachsen und haben eine rötlichbraune Farbe. Kleinere
rötlichbraune
Almandin-
(oder Hessonit-) Kriställchen finden sich, ebenso wie
Quarzkristalle
relativ selten, aber im gesamten genannten Gebiet verteilt. Andalusit,
chemisch Al2SiO5 ist ein
typisches
Mineral, daß sich in Al-reichen Metamorphiten bei mittleren
Temperaturen
und niedrigeren Drücken bildet. (Chemisch gleich ist Sillimanit
und
Disthen, jedoch bei hohen Druck bzw. hoher Temperatur und hohem Druck
gebildet.)
Chiastolith, der auch vorkommt, ist eine Andalusit-Varietät, wobei
Graphit diagonal im Kristall eingelagert ist.
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Kleinstufe, ca. 6 cm breit mit schön
herausgelösten Andalusit-Kristallen
vom Egerer Waldhaus.
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Mehr als fingerdicke, leider aber nicht so sauber
ausgebildete Andalusitkristalle
in Quarz von Altmugl. Bildbreite 8 cm.
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Granat vom Egerer Waldhaus. Zwar nur
"Stecknadelkopf-groß" aber
von wunderbarer Farbe. Bildbreite 3 mm.
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Fundmöglichkeiten sind bei gebotener Ausdauer durchaus
gegeben,
bei ortskundige Führung sicher besser.
Literatur:
Dr. Alb. Schmidt, "Die Mineralien des
Fichtelgebirges
und des Steinwaldes", Bayreuth, 1909
Weber Berthold, "Mineralfundstellen unserer
Heimat",
ISBN 3-922486-07X, Verlag Papier-Weber, Weiden 1976 und 1982